Lila044 Das ist Privatfernsehen hier!

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Ein alter feministischer Slogan lautet: Das Private ist politisch! Susanne und Katrin debattieren über Soziale Medien und psychische Gesundheit und warum das auch mit der Trennung von Privatem und Politischem zusammenhängt. Außerdem geht es um “Choice Feminism” und die Ereignisse in Köln, Hamburg und Stuttgart zur Silvesternacht.

    • Kati Krause hat einen längerem Text darüber geschrieben, warum Depression und Soziale Medien einander nicht gut tun, wie das ständige Vergleichen auf die Psyche schlagen kann und wie sie heute privater und mit weniger Apps besser lebt. Daran knüpft sich die Frage, ob die digitale Kultur mehr Raum für Verletzbarkeit und Intimität lassen sollte, oder lieber diese Dinge ohnehin besser im Privaten zu verhandeln sind, weil sonst – mit Hannah Arendt gedacht – die Vermischung von Privatem und Politischem zu totalitären Tendenzen führt.
    • “Choice Feminism” und ob dieser gut ist – eine Debatte aus dem englischsprachigen Raum: Sollte sich Feminismus hinter jede freie Entscheidung von Frauen stellen? Ist die freie Entscheidung allein schon feministisch? Eine knifflige Frage.
    • Außerdem sprechen wir kurz über die Ereignisse, die in der Silvesternacht in Köln, Hamburg und Stuttgart passierten:

      “In der Silvesternacht kam es in Köln nach aktuellem Ermittlungsstand zu diversen sexuellen Übergriffen mit dem Ziel von Diebstählen gegenüber Frauen, die vor dem Hauptbahnhof unterwegs waren. In ersten Presseberichten war von einer Ansammlung von 1.000 Männern die Rede, aus deren Reihen die Taten begangen worden seien – dabei handelte es sich einfach um eine volle Silvesterfeier vor dem Dom.”

      (Quelle: Netz gegen Nazis – bitte den gesamten Text lesen. Denn:

      “Haben in Köln zu Silvester alkoholisierte, enthemmte “Nordafrikaner” oder gar ausgehungerte Flüchtlinge Jagd auf deutsche Frauen gemacht, um sie sexuell zu belästigen? Nein, es handelt sich um organisiertes Verbrechen zum Zweck von Diebstahl – ein klarer Fall für Staat und Polizei. Das macht es für die betroffenen Frauen nicht besser, es ist aber wichtig, um nicht rassistische Ressentiments zu schüren – und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.”

(ebd.))

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Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

Links und Hintergründe

Begrüßung

Das Private, das Politische und die Öffentlichkeit

Choice Feminsm

Köln, Hamburg und Stuttgart

Der Tipp am Ende: Lena Dunham podcastet!

  • iTunes: Women Of The Hour By Lena Dunham & BuzzFeed (Wenn wir den Titel der neuesten Folge – “In the final episode …” – richtig verstehen, ist dieser Podcast auch schon wieder zu Ende.)

5 Kommentare

  1. Hmm, diesmal wurde ich von dieser Episode verwirrt zurückgelassen. Ich fühle mich jetzt irgendwie sehr dumm und das ist mir peinlich.
    Das ist alles sehr interessant mit dem Privaten und dem Politischen. Ich hab ganz aufmerksam zugehört und versucht zu verstehen, was ihr damit meint, aber ich wurde nur immer mehr verwirrt.

    Es kann sein, dass ich nicht weiß, was ihr beide unter Politik versteht. Was ist für euch “das Politische”?

    Wenn ich irgendwo etwas schreibe, wie jetzt hier, dann sehe ich mich als Einzelperson und es fühlt sich für mich an, wie ein Gespräch in einer größeren Runde. Ich bin dann doch trotzdem privat und sage nur meine einfachen Gedanken. Ich versteh das wirklich nicht. Wie erkenne ich denn, ob ich etwas schreibe, was einfach nur privat ist und nur meine Freunde, falls vorhanden, etwas angeht?

    Etwas anderes:
    Ich schaue sehr lange Fernsehkritik TV und Holger Kreymeier musste wegen Katja Saalfrank vor Gericht. So wie ich das ganze jetzt verstanden habe, hat sie die Familie nicht eine Woche lang begleitet oder so, sie war immer nur kurz dort, um vor der Kamera etwas zu sagen und viel mehr auch nicht. Wahrscheinlich hatte sie da nicht viel zu melden, weil die Kameras ja ständig auf alles draufgehalten wurden, wo die Kameramenschen lieber mal eingeschritten wären, statt nur dabei zu stehen. Wenn sie wirklich anwesend gewesen wäre, könnte es doch nicht in ihrem Sinne gewesen sein, denke ich mir. Wieso muss man einen echten Streit filmen? Man sieht doch, wenn sich gerade jemand gar nicht mehr unter Kontrolle hat. Normalerweise will man in so einer Situation nicht gefilmt werden. Wenn man den Familien mit Vertragsstrafen droht oder sie auf den Stromkosten sitzen bleiben, ist die ganze Sendung doch nur Verarsche.

    Ein schönes Jahr 2016!

    • hm… tut mir leid. das ist immer diese Sache mit den Theorien Hannah Arendts: es ist komplexer. in der Wikipedia hat jemand versucht, das zusammen zu fassen: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wahrheit_und_Politik
      Das Politische ist die Freiheit jedes Menschen, an Öffentlichkeit teilzunehmen und die Bedingung ist Verschiedenheit. es kann also um Streig gehen, um Diskurse, Entscheidungsfindung. so gesehen ist der öffentliche Raum im Idealfall ein Politischer Raum. siehe auch der in der Shownotes verlinkte Film vom 32c3

      in diesem Raum entsteht auch Macht: das ist bei Arendt stets eine Macht der Vielen, ein Mensch allein kann keine Macht haben. Macht und Politik sind dazu da, dass Menschen gemeinsam die Welt verändern. im Diskurs. in einem Prozess, der im
      öffentlichen Raum miteinander stattfindet.

  2. Hi wollte nur kurz anmerken was ihr zum Thema preisgeben im öffentlichen Raum sagtet das nichts gepostet werden sollte was im man nicht im Privatfernsehn sehen wolle.

    Meine Gedanken dazu sind das im Netz ich mich selbst darstelle und das im TV diese Rolle von Fremden übernommen wird. Als freies Beispiel eine Küche bei Instagram und eine Küche bei RTL 2.

    Wollte damit nur anmerken das durch soziale Medien häufig eine Aufwertung der eigenen Person passiert während privat Fernsehm meistens abwertet.

    • ich bin so froh, dass du das sagst! du denkst, du würdest dich selbst darstellen. aber du hast es nicht ganz in der Hand. nehmen wir mal mich: ich denke, ich hätte im Griff, wie man mich wahrnimmt. dennoch werde ich ständig von anderen als etwas dargestellt, was ich so nicht bin. “das Bild, das andere Menschen von mir malen, häng ich nicht an meine Wand”, hat Ricoloop mal gesagt. und so ist es auch: ich gebe mir zwar Mühe, ganz gesehen und verstanden zu werden. klappt aber nicht. das ist Kontingenz! meine Postings und Bilder werden genommen und bewertet, be- und verurteilt und auch aus dem Zusammenhang gerissen. deswegen bleibe ich bei meiner Aussage schon. denn die da draußen sind im Zweifel auch wie das Privatfernsehen. darauf MUSS man sich einfach einstellen.

  3. Ich hoffe ihr geht in der nächsten Sendung nochmal mit ein bisschen mehr zeitlicher Distanz und mehr medialer Selbstreflektion in den großen Medien auf die Geschehnisse in Köln ein. Ich werf dazu einfach mal einen beliebigen Link von Elke Wittich hier rein, bislang scheint mir für sehr viel Meinung und Aktionismus noch sehr wenig wirklich gewusst zu sein… http://www.prinzessinnenreporter.de/silvester-in-koeln-einige-anmerkungen/

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