Lila081: Das Zeigen der Vulva rettet die Menschheit

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Die Vulva wurde lange Zeit einfach mitgemeint: mit Wörtern wie Vagina oder Scheide. Dabei ist es meist sie, über die gesprochen wird, wenn es um das weibliche Geschlechtsteil geht.

Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal veröffentlichte 2009 das Buch “Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts” eine Kulturgeschichte des weiblichen Genitals und mit ihm die Vulva ins öffentliche Bewusstsein. 2017 scheint die Vulva überall zu sein: als Pussyhat auf Köpfen, als Art Work auf Plakaten, als Handzeichen bei der Kanzlerin und in Musikvideos. Barbara Streidl spricht mit Mithu Sanyal über Momente in der Kulturgeschichte, in denen die Vulva eine Rolle spielte, in denen sich ihre Wahrnehmung komplett änderte – und in denen sie sogar die Menschheit rettet.

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Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

 

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19 Kommentare

  1. Moin moin aus Südbaden,

    meine Frau und ich haben unseren Töchtern für das “Konstrukt” Vagina/Vulva das Wort “Vani” (wir schreiben es nie, daher habe ich keine Ahnung wie man das erfundene Wort schreibt) beigebracht.

  2. Hallo allerseits,
    ich finde es sehr schade, dass sowohl hier auf der Seite als auch im Podcast durch Barbara Streidl immer wieder die geschlechternormierende Zwangsverknüpfung Vulva ⇔ weiblich reproduziert und nichtmal versucht wird, sich weniger transfeindlich auszudrücken. Da wäre auf jeden Fall mehr möglich…

    • Hallo chirlu, ich kann diesen Vorwurf leider nicht nachvollziehen. Um Minute 20 kommt es genau auf das Thema, Barbara und Mithu reflektieren genau diese Sprache und Begriffe und bedauern auch ihre sprachliche Begrenztheit an der Stelle. “Nicht mal versucht” kann man wirklich nicht sagen und von “Feindlichkeit” zu sprechen, halte ich für absurd.

  3. Hallo,

    eine kleine Anmerkung:
    da musste ich doch ziemlich schmunzeln, als bei der falschen Verwendung von medizinischen Fachbegriffen plötzlich “Anti AIDS Aufklärung” hören durfte.
    Bei Vulva oder Vagina ist es doch ähnlich wie bei AIDS oder HIV.
    Das geht bei vielen Menschen fröhlich durcheinander und ist meines Erachtens nicht so dramatisch, solange dem anderen klar ist was gemeint ist.
    Im Fachkontext sollte man klar die richtigen Begriffe verwenden.

    Gerade bei Nicht-fachleuten empfinde ich das verweisen auf Fachbegriffe häufig in Richtung klugscheissen und dann wird selbst im nächsten Satz etwas “falsch” verwendet.

    @chirlu
    Habe ich dass missverstanden, oder wird nicht genau das im Podcast angesprochen und sich auch dafür entschuldigt?

    Grüße

    • Bei uns in der Schule hieß das auch “Anti-AIDS”. Es gab auch noch “Gib AIDS keine Chance”. Die Schule, Lehrer, Medien haben das immer so genannt. Wir sind jetzt Jahrzehnte weiter. Mit der ganzen Mediennutzung und Informationsflutwürde ich jetzt doch erwarten, dass man die richtigen Wörter sagen sollte. Ich fänd es zumindest seltsam, wenn ein Lehrer im Unterricht AIDS = das Virus benutzen würde.

  4. Ich bin durcheinander. Ihr seid jetzt davon ausgegangen, dass man als Frau auf einen Keks (oder was auch immer) spritzen kann, stimmt? Ich hab vor paar Jahren das aus den Medien so mitbekommen, dass es Studien gab, wonach Frauen nicht spritzen können und wenn, dann ist es nur Urin.

  5. Noch was: Ich hatte wohl echt Glück, zumindest in dieser Angelegenheit, im russischsprachigen Raum Kind zu sein. Da haben Mädchen und Jungen ihr eigenes Wort, was ähnlich klingt und beides mit Pinkeln zu tun hat, aber man weiß trotzdem, was gemeint ist.
    Ich hab mal nach Übersetzungen gesucht, die sehen für mich seltsam aus:
    писька wird von google übersetzt mit: pussy, die Muschi, der Pilli. Was soll der Pilli sein? Das habe ich nicht nie gehört.
    (Die nicht-mehr-Kinder sagen wohl eher: пизда, was dann google mit Möse, Fotze, Schlitz, pussy, Loch übersetzt.)
    Lustig ist, dass pinkeln und schreiben auf russisch das gleiche Wort sind: писать (Für urinieren gibt es aber auch eigene Wörter. Ich kannte das eine jetzt halt für Kinder). Bei uns war pinkeln писить, was aber auch schreiben heißt. Für schreiben habe ich dann писать gesagt. Ah, jetzt kapiere ich das: schreiben betont das a und pinkeln betont das i. Ok, doch ein Unterschied, obwohl es gleich geschrieben wird.
    Doof, ich finde das Wort, was man bei Jungen sagte nicht. Das war aber sehr ähnlich und fing auch mit pis… an.

  6. “Scheide” hatte für mich nie was mit dem Penis zu tun. Sie hieß so für mich, weil sie, etwas scheidet und genau in der Körpermitte sitzt. Und sie war für mich immer alles.

  7. Eine schöne Episode. Ich mochte sie übrigens gerade deswegen so gerne, weil zwischendurch reflektiert wurde, dass besonders Mithu sehr unglücklich darüber ist, dass sie nicht genügend Worte hat, um sich ganz von cis-normativen Sprachbildern zu lösen.

    Ich hatte beim Hören auch die 16. Episode des kleinercast im Kopf, ein Gespräch mit der Sexualpädagogin Katja Grach. Da geht es dann unter anderem auch um eines der hier angesprochenen Themen: Wie wichtig es ist, dass Kindern die richtigen Wörter beigebracht werden, damit sie sich ausdrücken können, z. B. wenn irgendwo was weh tut.
    Kennt ihr wahrscheinlich, ich lass den Link trotzdem da:
    http://kleinerdrei.org/2017/04/kleinercast-folge-16-lets-talk-about-sex-im-gespraech-mit-der-sexualpaedagogin-katja-grach/

    Liebe Grüße
    Sabrina

  8. Danke für diese sowohl stimmlich wie inhaltlich sehr angenehme Podcastfolge. Ich habe einiges dazugelernt und mir auch gleich mal Mithus Buch aus der Uni-Bibliothek besorgt. Ich komme “über” WRINT hierher und habe mich bisher nicht wirklich intensiv mit dem Feminismus beschäftigt. Diese Folge aber macht deutlich Lust auf mehr.

  9. Hey zusammen

    Ich werde gerade von einer anderen Sendung an die eure erinnert.

    Vorab aber die Frage: Kann/versteht eine von euch Schweizerdeutsch?
    Dann hier die passende Sendung/Podcast-Empfehlung aus dem Podcast-Archiv des Schweizer Radio:
    https://www.srf.ch/sendungen/input/die-klitoris-verteufelt-verheimlicht-und-spaet-entdeckt

    Freue mich, dass ein Thema von euch auch mal im Schweizer Radio aufgetaucht ist. Denn darüber reden oder auch nur zuhören hilft beim Einordnen und “Normalisieren”, dass man dies tut. Und den anatomischen Ansatz fand ich sehr spannend.

    Leider zu lang um die gesamte Aufnahme ins Deutsche zu übersetzen. Aber zumindest die Sendungsseite kann man sich ja mal angucken.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    • @ Manuon – Leider verstehe ich Schwyzerdeutsch kaum, das habe ich bei der Originalfassung von “Die göttliche Ordnung” wieder gemerkt. Aber das gilt ja nicht für alle, und vor allem: Danke für den Hinweis!

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