Lila092 Happy Galentine’s Day, everyone!

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Katrin und Susanne nehmen noch mal Debatten aus den letzten zwei Sendungen auf und besprechen einen Text, der ihnen als Lektüre empfohlen wurde, und alles dreht sich um: Sex. Weiblichen Sex und männlichen Sex und was wir dabei in der ganzen #MeToo-Debatte gerade gewinnen; welche blinden Flecken es noch gibt und was hoffnungsvoll macht.

Diese Sendung dreht sich um das neue Sexualstrafrecht in Schweden, um mutige Frauen im Iran, um Frauen auf der ganzen Welt, die ihr Schweigen brechen, um Hillary Clinton, und um eine Frau und ihren Vergewaltiger, die gemeinsam ein Buch geschrieben haben.

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Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

Links und Hintergründe

  • Das Lesbenfrühlingstreffen findet vom 18. bis 21. Mai in Göttingen statt. Alle Infos und Anmeldung unter www.lft2018.eu

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10 Kommentare

  1. Nun, dieses ganze Göttinen Gedöns, das es mal gab, kann evtl. als esoterisch gesehen werden. Aber gerade die Mädchenmannschaft schimpft doch total oft auf esoterik. Im übrigen hat m.E. Göttinnenglauben nichts mit Esoterik zu tun.

  2. Enge Wurschtklamotten geben ein Gefühl der Sicherheit. So wie Bodage halt auch. Eine fühlt sich geborgen. Das hat doch nix mit den Männern zu tun. Ich finde es ziemlich sexistisch, dass fast alles, was Frauen tun oder anziehen, im Zusammenhang mit Männern gedacht wird.

  3. Bondage (Fehlerteufelchen) 😉

  4. Hallo Katrin und Susanne! Super, dass ihr die Gesetzgebung in Schweden (Ja heißt Ja) noch einmal aufgenommen habt. Ich glaube dieses Gesetz wird unsere Art, wie wir miteinander umgehen vielfach verändern. Als ich das erste Mal von der neuen Gesetzgebung hörte, dachte ich nur “Ja na klar, das macht viel mehr Sinn.” Ich bin Erzieherin in einer Kita in Pankow und auch hier lässt es sich , meistens außerhalb vom sexuellen Kontext, schon bestens anwenden. Wir bringen den Kindern natürlich bei, laut “Nein, ich möchte das nicht!” zu sagen. Zum Beispiel, wenn ein Kind versucht das andere zum Fangespielen zu animieren und dabei schon mal furchteinflößend wirken kann auf das Gegenüber. Tatsächlich hatten wir dann Gespräche darüber, dass ein Kind behauptet, es hätte “Nein” gesagt und das Andere meinte, es hätte es nicht gehört und wirklich sehr schuldbewusst dabei drein geblickt hat. Ich bringe den Kindern nun bei, einfach vorher zu fragen, ob XY Fangespielen möchte… ob XY Z’s Haare anfassen darf… ob N S auf die Wange küssen darf. Das klingt so banal, aber es verändert so viel.

    • Hallo Katrin, hallo Susanne,
      ich finde die juristische Perspektive auf den Fall von Thordis und Tom sehr interessant. Ich möchte direkt sagen, dass ich weder Jurist bin, noch das Buch gelesen habe und mich ausschließlich auf eure Schilderung beziehe. Ihr erzählt, dass Thordis so betrunken war, dass sie sich nicht habe bewegen können. Tom habe sie zwei Stunden ohne ihre Zustimmung penetriert. Wenn wir dies als Vergewaltigung bezeichnen, verwenden wir dabei die schwedische Gesetzgebung, nach der eine explizite Zustimmung erforderlich ist. Ein „Nein“ oder ein Wehren von Thordis hat es eurer Schilderung nach wegen der Betrunkenheit nicht gegeben, ein „Ja“ sowieso nicht. Nach deutscher Gesetzgebung läge vermutlich gar keine Vergewaltigung vor. Als Partner könnte er wahrscheinlich von der Zustimmung der Partnerin ausgehen, wenn er nichts Anderes hört.
      Ich finde, man kann daran eigentlich sehr gut sehen, dass uns die schwedische Gesetzgebung intuitiv sehr nahe ist, wenn wir die Perspektive der Person einnehmen, der eine ungewollte Handlung widerfährt.
      Die deutsche Gesetzgebung nimmt dagegen die Perspektive des Handelnden ein. Solange der*die Handelnde nicht darüber unterrichtet wird, dass seine*ihre Handlungen nicht erwünscht sind, darf er*sie weitermachen.
      Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Schweden mit einem deutlich höheren Frauenanteil im Parlament eine andere Perspektive in der Gesetzgebung einnehmen als das deutsche Parlament.
      Grundsätzlich halte ich beide Perspektiven je nach Situation für sinnvoll. Bringt eine Person einer anderen Blumen mit, so kann man das Einverständnis voraussetzen, bis man darüber informiert wird, dass die Blumen nicht erwünscht sind. Insistiert die Person weiter darauf, Blumen mitzubringen, wird daraus eine Belästigung. Nimmt die Person die Blumen aus dem Blumengeschäft jedoch mit, ohne zu bezahlen, so kann sie sich nicht mit einem „Ich dachte, ich darf mir solange Blumen mitnehmen, bis der*die Händler*in etwas sagt“, herausreden. Im Laufe der Kindheit lernen wir, welche Dinge eine Zustimmung benötigen und bei welchen wir die Zustimmung voraussetzen können. Es sagt doch sehr viel über unsere Kultur aus, dass wir „Sex mit einer anderen Person“ zu den Handlungen zählen, bei denen wir in der Gesetzgebung die Zustimmung voraussetzen. Und es zeigt, wie wichtig ein grundlegendes Umdenken ist. Das Beispiel von Tanja über ihre Arbeit in der Kita zeigt, wie einfach es sein kann. Und das macht doch Hoffnung.

      Ihr stellt zur Diskussion, ob man einem Vergewaltiger eine Bühne bieten sollte. Unabhängig von den von euch angesprochenen Aspekten gibt es noch einen weiteren: Wenn die Staatsanwaltschaft z. B. durch einen Vortrag Kenntnis von einer Straftat erhält, muss sie tätig werden. Eine Anzeige ist dafür nicht notwendig und ein späteres Vergeben irrelevant. Eine Bühne für einen Vergewaltiger wäre also nur nach der Verjährung, einer bereits verbüßten Strafe, oder der Bereitschaft, eine kommende Strafe zu verbüßen, möglich. Tom konnte zumindest juristisch relativ ungefährdet von seiner Vergewaltigung erzählen, weil es der Gesetzgeber wahrscheinlich nicht als eine solche ansieht.

      • Hallo Philipp,
        auch Toms Vergewaltigung dürfte inzwischen verjährt sein – der Vorfall war 1996. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann verjährt eine solche Vergewaltigung (Ausnutzung einer schutzlosen Lage) nach 20 Jahren. Zumindest in Deutschland: https://www.advopedia.de/news/aktuell/wann-verjaehrt-eine-vergewaltigung – bei “Besonders schwere Fälle und Ausnahmen”.
        Nun kenn ich aber das isländische Recht dazu nicht. Aber dass Tom Australier ist, würde die Sache noch schwieriger machen. Aber immerhin könnte man Ausflüchte wie Alkoholeinfluss wahrscheinlich vernachlässigen, weil Tom ja seine Schuld umfassend bekennt.

  5. Hallo Susanne und Katrin,

    ich höre gerade unterwegs zum Familientreffen etwas verspätet euren Podcast. Bei der Erwähnung der Anzahl medizinischer Studien zu weiblichem Schmerz und männlicher Lust beim Sex wurde ich an ein weiteres Ungleichgewicht in dem medizinischen Bereich erinnert: Ich habe erst vor kurzem davon erfahren, dass beinahe sämtliche Studien zur Wirkung von Medikamenten ausschließlich an männlichen Testpersonen vorgenommen  werden. Das Thema wurde im Nerdette Podcast aufgegriffen; vielleicht interessiert sich ja die ein oder andere Hörer*in dafür: https://www.wbez.org/shows/nerdette/sex-drugs-and-singing-ovaries/7fb85f39-b76c-4054-82a8-524c28f892a9
    Mich hat es jedenfalls schockiert – und wieder ein Stück schlauer gemacht.

    Vielen Dank für eure tolle, großartige Arbeit!

  6. Zu der “Wo Feminismus ist, ist Esoterik nicht weit”-Aussage fiel mir noch ein, dass diese Einschätzung vielleicht sachlich gar nicht unbedingt falsch ist, aber eine falsche Kausalität suggeriert.
    Damit meine ich, dass man wohl schon sagen kann, dass im weitesten Sinne “alternative Lebensentwürfe” eher mal mit Esoterik in Berührung kommen, einfach weil das ein weiterer “anderer” Weg ist, dem Alternative eher mal interessiert nachgehen als die Menschen, die sich eher in den Standardbahnen des Lebens bewegen. Nun ist Feminismus traditionell (wenn auch immer weniger, weil Feminismus zum Glück immer mehr in die Mitte der Gesellschaft vordringt) auch eher ein “alternatives” Thema. Menschen, die mit feministischen Gedanken unterwegs sind bzw. vielmehr waren, kamen einfach aufgrund ihrer Andersheit zur Standarddenke leichter mit anderen alternativen Ideen in Berührung.

    Wenn ich nicht daneben liege, dann wäre also richtig, dass es bei “Alternativen” oft zur Esoterik nicht weit ist. Nicht weil alle Alternativen Esoteriker wären, sondern einfach weil mehr von ihnen damit in Kontakt kommen. Das gilt dann auch für Feministen, insofern man sie als alternativ bezeichnen kann. Aber eben nicht weil Feminismus irgendwie in sich besser mit Esoterik zusammenpasst, sonderen einfach aufgrund der Gemeinsamkeit “anders” zu sein.

  7. Moin!
    Ich habe erst gestern euren Podcast entdeckt und daher auch noch nicht viel von euch gehört (nur Folge 91 und Folge 92 zur Hälfte), aber jetzt habe ich schon was zu sagen. In den Folgen, die ich gehört habe, redet ihr sehr viel über Sexulität (sowohl weibliche als auch männliche) und vor allem über sehr viele “ungesunde” Verhältnisse zum Sex. Oft hatte ich das Gefühl, dass das Bild, das ihr vom sexuellen Verhältnis unserer (“patriarchischen”) Gesellschaft zeichnet, ein sehr trauriges ist.
    Ich möchte euch dazu mal ein anderes Bild geben, das zwar nur auf meiner subjektiven Erfahrung beruht, aber dennoch vielleicht Hoffnung macht.
    Ich bin 19 Jahre alt und habe das Gefühl, eine gesunde und offene Sexualität zu leben. Ich habe meine eigene Lust nie als falsch oder minderwertig gegenüber der männlichen gesehen, und dies wurde mir auch niemals so vermittelt. Im Gegenteil: in Büchern, Beratungsheften für Jugendliche und im Sexualkundeunterricht wurde Lust, Masturbation und Sex stets als normal und schön für beide Geschlechter dargestellt. Und vielleicht hatte und habe ich auch immer Glück mit meinen Sexualpartnern, mit denen Sex stets ein Geben und Nehmen war und ist. Ich glaube, dass viele Frauen beim Sex in Zukunft befreiter sein werden und somit auch ihre Partner befreien können.
    Denn auch das ist in mir haften geblieben: Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Männer gerne die Patriarchen sind. Ich glaube, dass viele Männer auch einfach nur sie selbst sein wollen, wahrgenommen sein wollen. Hoffen wir, das dies in Zukunft für noch mehr Menschen Wirklichkeit wird.

    • Danke liebe Rose! Das klingt sehr schön und ich freue mich für dich und für die kommenden Generationen und hoffe, dass wir alle so eine schöne und glückliche Sexualität finden können.

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