„Je patriarchaler ein Staat ist, desto mehr zettelt er Kriege an“ – Kristina Lunz über Feministische Außenpolitik

Warum nur eine feministische Perspektive auf Außenpolitik Frieden und Sicherheit für alle bringt. Kristina Lunz im Gespräch mit Laura Lucas und Katrin Rönicke.

Warum kann eine friedliche Welt ohne feministische Analyse nicht gelingen? Was können wir aus Krisen lernen? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Gewalt und Krieg und der patriarchalen Ideologie eines Staates?

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Kristina Lunz ist Gründerin des Centre for Feminist Foreign Policy und Autorin des Buches “Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch”. In ihrer Arbeit analysiert sie die Krisen und Konfliktlösungsansätze der ganzen Welt mit einer feministischen Brille. Dabei vernetzt sie sich mit unzähligen Feminist*innen von überall auf dem Globus. In dieser Folge spricht sie mit Laura und Katrin darüber, warum Außenpolitik den Feminismus braucht, wieso es insbesondere in Zeiten des Krieges wichtig ist, die Utopie des Friedens nicht aus den Augen zu verlieren und welche Errungenschaften feministischer Außenpolitik bereits erreicht wurden.

Insbesondere in Krisen und Kriegen sind es meistens die ohnehin schon marginalisierten und weniger privilegierten Menschen, die besonders gefährdet sind. Deswegen ist es enorm wichtig, bei ihrem Schutz schon VOR die Krise zu kommen, schon vor Krisenzeiten Recht und Gesetz so zu gestalten, dass sie auch in Situationen wie einer Pandemie oder einem Krieg nicht komplett schutzlos dastehen.

Kristina bezieht auch Stellung zur aktuellen Situation in der Ukraine.

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„Class matters“ Klassismus im Feminismus – mit Frede Macioszek, Nadire Biskin und Tanja Abou

Wie klassistisch sind feministische Bewegungen?

Über Klassismus als Diskriminierungsform sprechen wir in kritischen Diskursen relativ wenig. Dabei durchzieht Klassismus alle Bereiche der Gesellschaft und manifestiert sich in Freund*innenschaften, in der Art wie und was wir essen, in unseren Bildungszugängen und natürlich auch im Feminismus. Gemeinsam mit Frede Macioszek versucht Lena erstmal einen Überblick über das Thema zu gewinnen zu verstehen, wer auf welche Weise von Klassismus betroffen ist.

Nadire Biskin berichtet anschließend von ihren Erfahrungen als nicht-weiße Frau und erklärt, wieso Klassismus und Rassismus häufig miteinander zusammenhängen. In feministischen Diskursen fühlte sich Nadire oft nicht mitgedacht, was Lena zu der Frage bringt, wieso feministische Bewegungen scheinbar einige Leerstellen in Bezug auf ihre eigene Reproduktion von Klassismus haben.

Mit Unterstützung von Tanja Abou, die sich schon lange (auch wissenschaftlich) mit Klassismus im Feminismus beschäftigt, schaut Lena bis in die 80er Jahre zurück und überlegt, wo wir als Feminist*innen nachjustieren sollten.

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Gäst*innen:
Frede Macioszek
Nadire Biskin

Tanja Abou

Bücher & Lesetipps:
„Klassenfahrt – 63 persönlichen Geschichten zu Klassismus und feinen Unterschieden“ von Frede Macioszek und Julian Knop

„Ein Spiegel für mein Gegenüber“ von Nadire Biskin

„Die Bedeutung von Klasse“ von Bell Hooks

„Solidarisch gegen Klassismus“ von Francis Seeck und Brigitte Theißl

„Fast-Food-Bashing: Klassenkampf in der Pommesschale“ von Edition F

Podcasts:
The lesbian Gaze Podcast: „Queere Klassenfahrt – über Klassismus inner- und außerhalb der queeren Community“

Zwischen zwei Deckeln: „Die Bedeutung von Klasse“ – von bell hooks

Klassenfrage: „Was ist Klasse? Interview mit Dr. Mayer-Ahuja”

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Wenn Frauen älter werden: super oder nicht? – Ein Generationen-Gespräch mit Maren Bock

In dieser Folge sprechen Shoko (28), Katrin (bald 40) und Maren (62) über das Älterwerden als Frau, Rollenbilder in den Medien, Ageism und Diskriminierung im Alter und die Frage, ob vor oder nach 25 alles besser war oder wird.

Maren Bock hat 1986 den Verein belladonna – Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e.V. in Bremen gegründet. Sie ist doppelt so alt wie Shoko und erzählt uns in dieser Sendung von den Vor- und Nachteilen des Älterwerdens als Frau – und was das mit gängigen Geschlechterrollen zu tun hat. Denn, ja: Älter werden wir definitiv alle – aber den einen wird das in aller Faltigkeit zugestanden, während andere von Werbung, Medien und Social Media vermittelt bekommen, ewig jung bleiben zu müssen, um etwas Wert zu sein – und nun ratet mal, was davon Männer und was davon die Frauen betrifft?

Welche Hürden und Ängste Frauen beim Älterwerden antreffen, das hängt aber auch stark mit ihrer eigenen Lebenssituation zusammen: Single oder verheiratet, Kinder oder keine, Hausfrau der Geschäftsführerin, Stadt oder Land – alles das sind Faktoren, die in die Frage reinspielen, ob Frau einfach altern darf. Und auch der kulturelle Background spielt durchaus eine wichtige Rolle: Während Maren als Geschäftsführerin im Alter fast nur Vorteile sieht, kennt Shoko aus der japanischen Kultur eine starke Abwertung der Frauen über 25.

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Väter sagen, Männer meinen – Antifeminismus (2/2) – mit MIA und dem Bundesforum Männer

In dieser Folge spricht Laura mit Clara von MIA (Mütterinitiative für Alleinerziehende) und Dag Schölper vom Bundesforum Männer, über Konfliktsituationen nach Trennungen, Gewalt vor Gericht, Kritik am Wechselmodell und fürsorgliche Männlichkeit.

CN: Geschlechtsspezifische Gewalt, psychische Gewalt, institutionelle Gewalt

In der letzten Episode hat Tobias Ginsburg Einblicke in die Welt der Männerrechtler gewährt. Wir haben darüber gesprochen, welche Strategien und Narrative diese Bewegung verfolgt. In dieser Episode geht es um institutionellen Antifeminismus. Wir schauen uns eine Bewegung an, die auf den ersten Blick harmlos erscheint, auf den zweiten aber klar ins maskulistische Spektrum gehört: die Väterrechtler oder auch Väterlobby.

Wir zeigen, wie diese Bewegung mit frei erfundenen Narrativen und „Junk Science“ das Über-Narrativ von der Unterdrückung der Männer weitererzählt. Was hat es mit der Forderung der Väterrechtler auf sich, das sogenannte Wechselmodell im Trennungsfall gesetzlich verpflichtend zu machen? Was bedeutet das konkret für von Gewalt betroffene Trennungsfamilien? Wie steht es um die Qualifikation von Richter*innen? Und wie kann es gelingen, sowohl das Wohl von Kindern und Eltern im Blick zu behalten, als auch Gleichberechtigung zu fördern? Weil: Einer zahlt, eine kümmert – das ist schließlich Schnee von gestern. Dazu spricht Laura mit Clara von der Mütterinitiative für Alleinerziehende und Dag Schölper, Vorsitzender des Bundesforum Männer.

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„Die letzten Männer” – Antifeminismus (1/2) – mit Tobias Ginsburg

Laura Lucas im Interview mit dem Autor von „Die letzten Männer des Westens“

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Laura Lucas bekommt in dieser Folge Besuch von Tobias Ginsburg. Tobias ist Autor und Regisseur und hat das Buch „Die letzten Männer des Westens” geschrieben. Untertitel: „Antifeministen, Männerbünde und die Krieger des Patriarchats.” Dafür hat er mehr als ein Jahr lang undercover bei Männerrechtlern, Incels, „Pick-up-Artists” und Co recherchiert.

Und der Titel führt auch schon mitten hinein ins Thema: Die letzten „echten” Männer fürchten um ihren Fortbestand. Schuld daran ist der Feminismus, in der Lesart der Maskus die Wurzel allen progressiven Übels.
Dabei schadet das Patriarchat uns allen. Bekanntermaßen auch Männern. Bloß wissen wiederum manche besonders privilegierten Männer das für sich zu nutzen.

Tobias und Laura sprechen in dieser Episode unter anderem über „politischen Männlichkeitswahn”, gewissermaßen die andere Seite der Frauenhass-Medaille. Sie ergründen außerdem die Narrative, die über alle Milieus hinweg Antifeminismus und Rechtsextremismus miteinander verbinden. Dabei wird deutlich, wie gesellschaftsfähig maskulistische, homophobe, frauenfeindliche oder antisemitische Verschwörungserzählungen sind. „Es brodelt unter der Oberfläche” sagt Tobias.
Wie wird aus Kränkung Frauenhass? Und wie (schnell) wird aus Hass radikaler Extremismus? Wer sind die Akteure im Hintergrund? Und wieso ist das eigentlich alles immer wieder dasselbe?

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Ich bin Feministin, aber…

Was, wenn man am eigenen Anspruch scheitert?

Laura Lucas, Shoko Bethke und Lena Sindermann erzählen in dieser Folge von ihren ganz persönlichen Struggles als Feministinnen: Ab wann ist man eigentlich eine richtig gute Feministin? Und wieso ärgern sich die drei so richtig über sich selbst, wenn sie ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden?

In dieser Folge fragen sich Laura, Shoko und Lena was sie in ihrer Auseinandersetzung mit Feminismen gelernt haben und welche Widersprüche bei diesem Prozess begegnen. Eins wird schnell klar: Auch das Wissen über patriarchale Strukturen und Diskriminierung bedeutet noch lange nicht, dass man sich im Alltag immer dagegen wehren kann. Einige Verhaltensweisen, Rollenstereotype und Glaubenssätze sind so verinnerlicht, dass es unheimlich schwer ist, sich davon zu befreien.

Wieso setzen sich gesellschaftliche Schönheitsideale über „weibliche“ und „männliche Körper“ beispielsweise immer noch durch und wieso ist es oft auch als bekennende Feministin total schwer sich gänzlich davon zu lösen? Wieso wird Care-Arbeit als „weiblich“ konnotierte Aufgabe oft ganz automatisch abgewertet? Fragen über Fragen, bei denen es um Körper, Mutterschaft, Kindheitserfahrungen und Sprachlosigkeit geht.

Die drei packen aber nicht nur eine ganze Bandbreite an Themen auf den Tisch, sondern versuchen ihre Alltagserfahrungen auch immer mit auf die gesellschaftliche Ebene zu heben: Was Sprachlosigkeit mit dem Hochstapler-Syndrom zu tun hat und wieso man mit sich selbst häufig viel strenger als mit anderen ist (#Perfektionismus), erfahrt ihr beim Einschalten.

Laura Breiling x Lila Podcast: Die feministische Kollektion 2022 ist da

Ihr habt euch schon lange Merch von uns gewünscht – jetzt ist er da! In Kooperation mit der Berliner Künstlerin Laura Breiling präsentieren wir die feministische Kollektion für 2022! Natürlich ökologisch und fair produziert.

Es gibt Hoodies, T-Shirts, Beutel und Postkarten mit Motiven zu den Themen Freundinnenschaft, queere Liebe, Body Positivity und Gender Diversity.

Also schaut vorbei in unserem Shop: https://lila-podcast.merchandise.kaufen/products

Die Erlöse gehen zu 50% in die Produktion des Lila Podcasts und zu 50% an unsere Künstlerin, Laura Breiling.

Viel Spaß beim Shoppen!

Hier kommt unsere feministische Kollektion 2022!

Wir haben eine kleine Weihnachtsüberraschung für euch: Den Lila-Podcast-Merch-Shop mit unserer feministischen Kollektion für das Jahr 2022!

Die Berliner Künstlerin Laura Breiling hat mit uns zusammen Hoodies, Shirts, Taschen und Postkarten mit feministischen Botschaften entworfen! Darin geht es um Freundinnenschaft, Gender Diversity, queere Liebe und Body Positivity.
Der Erlös wird zu 50% in die Produktion des Lila Podcasts gesteckt und zu 50% unterstützt er Laura und ihre Arbeit.

Feministisch, ökologisch und fair
Alle Produkte sind ökologisch und fair in Europa hergestellt – produziert wird nur, was ihr bestellt, somit vermeiden wir unnötigen Müll.
Also: Wenn ihr den Lila Podcast unterstützen UND coole feministische Messages tragen wollt, dann auf in unseren Shop.

Und jetzt: Frohes Entspannen, wie auch immer die kommenden Tage feiert und kommt schick in das neue Jahr.
Eure Lilas

Körper, Sex und Freundschaften: Wie Feminismus unser Leben schöner macht

Eine Folge mit Sham Jaff, Laura Vorsatz, Lena Sindermann, Laura Lucas und Shoko Bethke

Ob tiefere Freund*innenschaft, ein liebevoller Blick auf den eigenen Körper oder besserer Sex: Für uns – Sham Jaff, Lena Sindermann, Laura Lucas, Shoko Bethke und Laura Vorsatz – haben Feminismen unsere Leben eindeutig schöner gemacht.

 

Sich feministisch zu engagieren bedeutet oft, zu kritisieren, laut zu werden, Gewohnheiten zu durchbrechen und aufzuzeigen, dass es so wirklich nicht weitergehen kann. Ein Schritt vor, zwei zurück – aber sind die Erfolge wirklich so klein? Worin hat uns feministisches Denken und Handeln ganz persönlich bestärkt, was wollen wir nicht mehr missen, warum lohnt sich die Anstrengung?

Inspiration zur Folge: taz-Interview mit Kübra Gümüşay und Sookee, die so manches Gutes in ihrem Leben mit „Das liegt am Feminismus“ begründet: https://taz.de/Podcast-Passierte-Tomaten/!5535431/

Erklärvideo zum Höhlengleichnis: https://youtu.be/R2f6D4M94Rg

Mehr zum Male Gaze auf Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Male_gaze oder in „Unsichtbare Frauen – wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung vergisst“ von Caroline Criado-Perez

Shams Buchempfehlung: „Transgender Marxism“ von Jules Joanne Gleeson und Elle O’Rourke

Lenas Buchempfehlung: „Im Wir und Jetzt“ von Priya Basil

Artikel über den Mythos „Vaginaler Orgasmus“, Helen O’Connell und die Klitoris: https://www.spektrum.de/news/weibliche-sexualitaet-auf-der-suche-nach-der-klitoris/1951363

Kurzer ARD-Film zum Orgasm Gap und wie er überwunden werden kann: https://www.ardmediathek.de/video/campus-magazin/wie-frauen-den-orgasm-gap-ueberwinden/ard-alpha/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2Y1ZTE0YTg4LTE5MzQtNDFkOS1iNjkzLTg3MjllNjkxODJkZQ/

Laura Lucas Buchempfehlung: „Die Liebe im Ernstfall“ von Daniela Krien

Traumaexpertin Dami Charf über die „Fawn Response“ oder den „Bambi-Effekt“ – zwanghaft freundlich sein: https://youtu.be/ydvRvXlim2Q

Email like a boss: https://www.stayathomemum.com.au/work-at-home-ideas/10-phrases-to-use-to-write-emails-like-a-boss/

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Ciao, Angela! Wärst du doch nur Feministin gewesen!

Ein Rückblick auf 16 Jahre Angela Merkel mit Sham Jaff und Susanne Klingner

16 Jahre lang war Angela Merkel deutsche Bundeskanzlerin. Sie wurde es überraschend und blieb es für die meisten überraschend lange. Am Ende ihrer Amtszeit galt sie als „leader of the free world“ und ist für viele Idol und Ikone.

Sham Jaff und Susanne Klingner schauen in dieser Folge aber mal genau hin: Als erste BundeskanzlerIN, was hat Angela Merkel eigentlich in diesen 16 Jahren für die Gleichstellung von Frauen und gegen Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht und Sexualität getan? Sind Dinge wegen oder eher trotz ihr vorangegangen?

 

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