Lila087 Rike Drust und die solidarische Normalität

| 7 Kommentare

Rike Drust ist freie Werbetexterin und Autorin. Sie lebt in Hamburg – und hat ein neues Buch geschrieben, nach „Muttergefühle. Gesamtausgabe“ über Kind Nummer eins – gibt es jetzt „Muttergefühle. Zwei“. Na klar, über Kind Nummer zwei.

Rike hat all ihre Geheimnisse in ihren Büchern ausgeplaudert, auch die, die ihr peinlich sind – aber ein paar Sachen erzählt sie dann noch, die neu sind. Über Begegnungen mit Eltern, Kinderlosen, Kindern. Was sie nervt, was sie freut, was sie sich wünscht.

Am Schluss unseres Gesprächs frage ich sie dann noch nach einem Buch, das nicht von ihr ist: Zu „Der tiefe Riss. Wie Politik und Wirtschaft Eltern und Kinderlose gegeneinander ausspielen“ von Susanne Garsoffky und Britta Sembach beantwortet Rike Drust knallharte 15 Fragen aus dem Bauch heraus.

avatar Barbara Streidl Thomann Wishlist Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Rike Drust
Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

 

Links und Hintergründe

Spenden bei steady.fm/Lila-Podcast
Über andere Wege spenden oder vielleicht dem Lila Podcast bei Twitter folgen
Lila Podcast bei iTunes abonnieren und bewerten

7 Kommentare

  1. Ich mochte als Kind (Mädchen) auch ein bestimmtes Rosa, weil es eine Farbe mit tiefen Untertönen ist, in denen eine sich verlieren kann. Und Glitzer hat doch nichts mit (Klischee-)Prinzessin zu tun, da stellt sich eine doch einfach vor, dass der Gegenstand magische Fähigkeiten hat. Ich war auch eine Prinzessin als Kind, aber eine die zwei Schwestern (asugedachte) hatte, die Königinen waren und ich sollte ihr Reich übernehmen. Wir waren Kriegerinnen und nein, wir wollten nicht von jedem toll gefunden werden. Was heißt es eigentlich, wenn ein Junge Prinz sein will?

    • @ Illin Auweia, ich glaube, mit jeder pauschalen Antwort mache ich etwas falsch. Vielleicht dass er gerne Märchen mag? Dass er gerne endlich mal der Prinz sein möchte? Dass er auch mal der Prinz sein möchte? Dass er sich nicht traut, eine Prinzessin zu sein?

      • Es ruft offenbar nicht gleich eine Reihe negativer Assoziationen hervor, wie eben das Wort Prinzessin. Prinzessin wird doch als Synonym für oberflächlich benutzt. Aber Prinz wohl nicht? Gibt es das überhaupt? Das gleiche frustrierende Gefühl bei Eltern, wenn der Sohn ein Prinz sein will?

        • Ach, negative Assoziationen gibt es doch auch. Ein Prinz – einer, der sich bedienen lässt. Realtitätsfern wie Ludwig II. So Sachen halt …

  2. Zu dem Thema Eltern vs Kinderlose:
    Natürlich wird mit Eltern Nachsicht geübt, teils auf Kosten Kinderloser (bzw. älterer Kollegen*innen, deren Kinder schon außer Haus sind). Das beste Beispiel ist die Urlaubsvergabe, bei der Eltern oft Vorrang genießen, weil sie wegen der Schulferien unflexibler sind.
    Aber das ist ja nichts Schlimmes, sondern das ist das Mindeste, was man als Kinderlose*r tun kann, um Eltern das Leben etwas leichter zu machen. Solidarisch sein, heißt eben auch mal, Nachteile in Kauf zu nehmen. Das ist angemessen, weil nicht solidarisch zu sein, noch viel krasser auf Kosten von Eltern geht.

    Interessant auch, dass Kollegen sich bei größerer Arbeitsbelastung durch Elternzeit und Teilzeit über die Eltern aufregen. Dabei ist doch eigentlich der/die Arbeitgeber/in schuld, wenn er/sie nicht für angemessenen Ersatz sorgt. Es ist ja nicht so, als wüssten Arbeitgeber nicht früh genug, wenn eine Angestellte schwanger wird.

    Da kommt auch gleich eine Aufregererinnerung in mir auf:
    Als meine Frau ihrer Chefin eröffnete, dass sie schwanger ist, war ihre erste Reaktion “Ach nee, ich dachte, ich hätte noch Zeit!”
    Für mich das beste Beispiel dafür, dass strukturelle Benachteiligung von Müttern oft gar nichts Sexistisches ist, sondern einfach nur auf asozialem Marktdenken beruht.

  3. Liebe Barbara, was mich interessieren würde: Was genau ist denn nun deine Meinung zum Buch von Britta Sembach und Susanne Garsoffky? Ich habe es auch gelesen. Mir hat darin sehr gefallen, wie dezidiert die Autorinnen beschreiben, welche Nachteile Mütter in der Rente erwarten, welche Alternativen es gäbe und wie sie sich stark machen für eine bessere finanzielle Anerkennung von Care-Leistungen. Das betrifft natürlich auch kinderlose Frauen. Den vermeintlichen tiefen Riss sehe ich deshalb nicht zwischen Eltern und Kinderlosen.

  4. Liebe Nicola, das alles, was du beschreibst, finde ich auch interessant. Erschreckt hat mich das Negative, na ja, erschreckt nicht wirklich, depriminiert. Auch wenn ich es längst wusste und längst strukturell wie individuell begriffen habe.
    Und ja, den Riss sehe ich nicht zwischen den Eltern und Kinderlosen, sondern mehr zwischen dem System und den Menschen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.