Lila090 Langsamer tippen und weniger duschen: Vorsätze für 2018

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Vorsätze, Wünsche und Ideen für 2018: Darüber sprechen Barbara Streidl und Susanne Klingner in diesem Podcast und kommentieren dann noch die tollen Wünsche der Hörerinnen und Hörer.

Eine Sendung über die Frage, wie man feministische Söhne großzieht, mehr Beispiele aus dem Alltagsfeminismus und beim Thema #metoo dranbleiben. Frauen in Konferenzen zuhören und auf die Lila-Podcast-Geburtstagsparty kommen – alles ist möglich auf der Wunschliste.

Dazwischen geht es noch um die Idee, Schillers “Ode an die Freude” mit der Zeile “Alle Menschen werden Schwestern” geschlechtergerecht zu machen, Barbara empfiehlt Bücher von Elif Batuman und Marc-Uwe Kling und Susanne einen Filmabend zu “Suffragetten”.

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Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

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18 Kommentare

  1. Vielen Dank für die schöne Folge, von der ich mit meiner Mail auch ein kleiner Teil sein durfte – und dann auch noch so toll von Katrin eingelesen!
    Vor allem bedanke ich mich natürlich für den Gewinn, ich freue mich schon auf das Buch. 🙂
    Es war übrigens sehr interessant, die anderen Einsendungen zu hören und ich fand es angenehm, wie ihr diese über die ganze Folge verteilt habt. Vielleicht kann man sowas ja mal wieder machen und sozusagen die “Hörer*innenstimmen” ab und an in eine Folge mit einbauen.

  2. Ein Versuch für die Ode an die Freude. Einfach “Schwestern” einzusetzen zerstört leider den Reim (wieder – Brüder).

    Die Lösung, mit der ich bisher am meisten zufrieden bin:

    Wie dein Zauber unumwunden,
    Was die Mode streng getheilt,
    Alle Menschen hat verbunden,
    Wo dein sanfter Flügel weilt.

    Probleme:
    – Ich mache aus zwei einfachen Sätzen einen langen komplizierten.
    – der Relativsatz “was die Mode…” fügt sich grammatisch nur bedingt gut ein (nimmt “alle Menschen” als Objekt vorweg)
    – “hat verbunden” setzt ein Perfekt, wo vorher mit “werden Brüder” ein Präsens war.
    – “Brüder” bzw “Schwestern” ist ein starkes Bild, das sehr viel mehr transportiert als einfach nur ein “verbunden”

    Andere Idee:
    – “Alle Menschen werden einig” – aber wie dann die erste Zeile ändern?

    • Ah, schön, dass das losgeht, ich hab’s gehofft.
      Eine schöne Lösung, ich hab’s mir gleich vorgesungen, würde schon klappen. Aber wie du schon schreibst, das ist ein langer komplizierter Satz.

  3. Moin!
    In Bezug auf die App für Einvernehmlichkeit möchte ich hierauf hinweisen: https://heise.de/-3938719

    Wenn der Julias Podcast dann irgendwann online geht (und ihr das mitbekommt) erwähnt das bitte, dann höre ich da mal rein. Viel Erfolg mit dem Bachelor.

    Grüsse,
    Dennis

  4. Hallo, freut mich, dass ich zur Erheiterung beitragen konnte .
    Vielen Dank für die schöne Folge und die Buchtipps. Qualityland lieb ich ja, ist als Hörbuch sehr hörenswert.
    Liebe Grüße Ramona

  5. Bei der App für Einvernehmlichkeit kam mir in den Sinn, dass es ja auch missbraucht werden könnte, weil man ja auch gezwungen werden kann, da anzugeben, dass alles in Ordnung ist.

    Ich hatte dann die Idee, dass man vielleicht Codes eingeben könnte. Jeder hat dann zwei Codes, wo das Handy genau gleich reagiert, als wär man einverstanden. Bei dem einen Code heißt es halt: Ja, das will ich. Beim anderen Code müsste dann ein unsichtbarer Hilferuf rausgehen: Hilfe, holt mich hier raus, ich werde bedroht. Zum Beispiel für die Fälle, wo man denkt, dass die andere Person aggressiv reagiert, wenn man offen sagt, dass man es nicht will und allein da schlecht wegkommt.

    • Apps gibt es ja einige, da haben wir ein paar Hinweise via Twitter gekriegt … Aber das mit dem Code klingt gut. Den Hilfecode könnte man dann an eine externe vorher festgelegte Nummer schicken.
      Und den anderen Code im privaten Tagebuch abspeichern.

  6. Hi, erstmal vielen Dank für das Buch, das im Übrigen gut bei mir angekommen ist.
    Um auf die Spekulationen einzugehen: ja wir studieren beide Informatik, während die vernünftige Freundin allerdings schon im Master ist hab ich nun immerhin meine Bachelorarbeit angemeldet. Die Bedingung ist aber tatsächlich das Erlangen des Abschlusses.
    Das Konzept ist noch nicht so super ausgefeilt, aber auf jeden Fall wollen wir mit der weiblichen Besetzug Frauen in der Informatik sichtbar machen und eine Selbstverständlichkeit dafür schaffen, ohne dass wir zu jedem Thema das wir besprechen Bezug auf unser Geschlecht nehmen.
    Außerdem ist mir aufgefallen dass Frauen die zur Informatik kommen dass meistens über Umwege tun und sich nicht, wie viele männliche Kollegen, seit ihrer Jugend exessiv mit der Materie auseinander setzen. Da sehe ich einen Ansatz technische Dinge zwar im Detaill zu erklären aber ohne dafür schon breites Grundwissen vorauszusetzen und mit allzuvielen Fachwörtern um sich zu schmeißen.
    Wenn die erste Episode im Kasten ist, lasse ich auf jeden Fall von mir hören.

    Zur Europahymne, wie wäre es mit:

    Menschen werden Schwestern, Brüder
    wo dein sanfter Flügel weilt.

    Grammatikalisch vielleicht nicht ganz sauber, aber nennen wir es dichterische Freiheit.

    Liebe Grüße
    Julia

  7. Ich bin ein bisschen spät dran, aber ich muss mich doch noch melden, weil ich mich so darüber geärgert habe, wie ihr über das Gesetz zur Einvernehmlichkeit gesprochen habt. Es kam mir nicht so vor, als hättet ihr euch vorher ernsthaft damit auseinandergesetzt, oder wenn doch, kam es nicht rüber. Stattdessen habt ihr Vorurteile (man braucht für jede Stellung eine neue Unterschrift) wiederholt, aber nicht klar widerlegt. Und das mit der App ist so, wie ihr es angesprochen habt, doch einfach eine richtig schlechte Idee: Das hieße ja, ich gebe einmal mein Einverständnis zum Sex, darf mich dann aber nicht mehr umentscheiden, wenn es unangenehm wird oder ich einfach die Lust verliere. Dabei ist die Idee hinter dem Gesetz doch die gegenteilige: Das Sex nur dann legal ist, wenn er die ganze Zeit einvernehmlich ist. Ich fand es wahnsinnig schade, dass ihr die Chance vertan habt, über diese für einen Gesetzestext doch recht revolutionäre Idee präziser zu reden. Das Gesetz wurde in den Medien so kenntnislos und ins Absurde ziehend diskutiert, und die Diskussion ging so schnell in die Richtung: “Wie kann man(n) sich vor Fehlbeschuldigungen schützen?”. Da wäre es doch wichtig gewesen, mal genauer und dann gern auch kontrovers darüber zu sprechen, was das Gesetz eigentlich regelt und wofür es gut sein kann? Stattdessen haut ihr in die gleichen Kerben, bzw. gehen die Argumente nicht tiefer als in jeder x-beliebigen Twitterdiskussion. Das hat mich wirklich getroffen – denn wofür machen denn zwei Journalistinnen einen feministischen Podcast, wenn nicht, um kenntnisreich über feministische Themen zu sprechen?

  8. @ Maren
    Kritik angekommen.
    Ich möchte noch auf deine letzte Frage antworten? Tja, wir machen das, um Stimmungen abzubilden, Debatten neu anzuwärmen und kenntnisreich und auch mal aus der Mitte der Gesellschaft oder dem eigenen Bauch heraus über feministische Themen zu sprechen.
    Dass unser beider Zugang zu dem neuen Gesetz nicht deinen Wünschen entsprochen hat, bedauere ich. Ach, einige unserer Hörerinnen und Hörer haben uns Hinweise über bereits bestehende Apps geschickt, die in etwa so funktionieren wie wir es skizziert haben.
    Ob ein solches Gesetz vonnöten ist, um die Einvernehmlichkeit von Sex zu regulieren, das zu beantworten bleibt schwierig. Was ist denn deine Meinung dazu?
    Beste Grüße
    Barbara

    • Liebe Maren, liebe Barbara,
      tatsächlich ist hier in den Deutschen Medien die Gesetzesänderung in Schweden extrem verzerrt dargestellt worden, oder wann kam es zuletzt vor, dass der Schwedische Botschafter den Deutschen nach großem Medien-Bohai ein Gesetz erklärt hat?
      http://meedia.de/2017/12/21/schriftliche-einverstaendniserklaerung-nicht-erforderlich-schwedische-botschaft-erklaert-deutschen-medien-das-neue-sexualstrafrecht/
      Das ist glaube ich das Hauptproblem in dieser Debatte gewesen und wenn man dann hinterher nicht mitbekommen hat, dass in manchen Medien die Sache doch noch einmal differenziert klargestellt wurde, dann bleibt man weiterhin im Glauben, dass es genau so sei, wie von ZDF bis WELT alle berichtet haben.
      Was die Schweden gerade beschlossen haben, ist in vielen Ländern schon lange Normalität und die Schweden sind gewissermaßen nachgezogen.
      Wir werden diese Debatte auf jeden Fall in der nächsten Sendung noch einmal aufnehmen, vor allem den Irrtum und auch die Medienmechanismen, die dahinter standen. Es gibt ja noch genügend andere Quellen, die aber erst im Laufe der Woche nach der extrem lauten, hitzigen Debatte, im Grunde mitten in den Weihnachtsfeiertagen dazu gekommen sind, und dann vielleicht nicht mehr überall aufgenommen wurden, wie die Kolumne von Margarete Stokowski zb: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/einverstaendnisgesetz-warum-es-richtig-ist-vor-dem-sex-zu-fragen-kolumne-a-1185028.html
      Liebe Grüße
      Katrin

      • Erst mal vielen Dank für eure Rektionen. Genau das war mein Problem bei der Sache: Dass das Gesetz hier so verzerrt dargestellt und verächtlich abgetan wurde und ich das Gefühl hatte, ihr haut bei einem Thema, das sachliche Information und präzise Diskussion vonnöten hätte, eher in die gleiche Kerbe, als die Chance zu nutzen, das gerade zu rücken.
        Was Barbaras Frage nach der Notwenigkeit eines solchen Gesetzes angeht. Nun, ja. Es gibt ja ohnehin Gesetze, die klarstellen, welche Art von sexueller Handlung einen in welcher Form auch immer sanktionierbaren Übergriff klarstellt. Eigentlich ist die Frage doch nur, wo die Grenze gezogen wird. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit gab es ja in Deutschland z.B. gesetzlich gesehen keine Vergewaltigung in der Ehe. Und von einer Vergewaltigung war nur die Rede, wenn heftiger Widerstand überwunden werden musste. Da kann eine Neuformulierung und -setzung, die klarstellt, dass nur einvernehmlicher Sex legaler Sex ist, doch nur wünschenswert sein. Natürlich wird das sexuelle Übergriffe nicht abschaffen, natürlich stellt sich hier, wie immer, die Frage der Beweisbarkeit (die übrigens ja immer angeführt wird, wenn die Grenze im Sinne der Opfer verschoben werden soll – als würde man Opfer besser schützen, wenn man die Taten gegen sie gar nicht erst strafbar macht). Aber meiner Vorstellung nach verständigt sich eine Gesellschaft in ihren Gesetzen ja auch über sich selbst. Das heißt, wie ihr ja auch sagt, es ist ein erster Schritt zu einem Kultur- und Bewusstseinswandel, indem man versucht, das Narrativ zu ändern.
        Ich finde es ja überaus erstaunlich, dass so viele Menschen sich über die Vorstellung empören, dass es nicht legal ist, mit jemandem Sex zu haben, der das nicht will. Mehr sagt das Gesetz ja gar nicht. Es geht schlicht darum, dass Sex freiwillig sein muss. Allein, dass man das übertrieben findet, beweist doch, dass mit den Vorstellungen, welcher Sex okay und normal ist, einiges im Argen liegt.
        Deswegen finde ich auch die Idee mit den Apps so lächerlich. Wem sollen die denn nützen? Doch Menschen (im wesentlichen wohl: Männern), die fürchten, ihnen würde eine Vergewaltigung angehängt, weil der/die Partner_in hinterher behaupten köönte, er/sie habe den Sex nicht gewollt. Dass allein wegen so einer Behauptung niemand verurteilt wird, sollte doch klar sein. Und, wie oben gesagt: Einmal am Anfang dem Sex zugestimmt haben, nützt halt auch nichts mehr, wenn es hinterher hässlich wird. Wenn jemand wirklich Sorge hat, aufgrund dieser Gesetzeslage angezeigt zu werden, sollte er/sie keine App installieren, sondern sich gründliche Gedanken über sein/ihr Sexualverhalten machen.
        Wenn ich mir naiver und idealerweise etwas wünschen könnte, wäre es, dass ein solches Gesetz einen Beitrag dazu leistet, die ja immer noch sehr weit verbreitete Vorstellung, es sei die Aufgabe des Mannes, weiblichen Widerstand gegen Sex zu überwinden (und die Aufgabe der Frau, diesen Widerstand zu leisten), hinter uns zu lassen.

        • Liebe Maren, das mit dem Geraderücken haben wir uns auf die Todo-Liste geschrieben, tatsächlich war gerade mein Eindruck stark durch die Mainstream-Medien geprägt – und daneben auch darüber, dass ich immer nicht weiß, ob Gesetze so etwas regulieren können. Deswegen habe ich aus Hilflosigkeit heraus auch das mit der App gesagt (was ich mir gar nicht vorstellen könnte, dann das Handy rauszuholen usw., aber das kann ja für andere auch anders sein).
          Ganz bei dir bin ich, Sex muss einvernehmlich sein, sonst ist das eine Straftat. Was ich aus vielen Gesprächen öffentlich und privat aber herausgehört habe, ist die Schwierigkeit – Sex beginnt ja häufig “irgendwo bei einem Gespräch” und entwickelt sich “mit Knutschen” und “zusammen wo hinlegen und streicheln” – ich habe einige Frauen gesprochen, die mir erzählt haben, dass sie genau dann, in diesem Moment, also noch vor dem “Unterhose ausziehen” nicht mehr wollten, aber nicht wussten, wie das gehen soll. Weil Sätze fielen wie “Wenn du mich so heiß machst, Kleine, dann musst du mit mir schlafen.” Was ein Dilemma ist – Phase 1-3 des Sex waren einvernehmlich, Phase 4 nicht. Das klingt jetzt recht plakativ, ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
          Recht gebe ich dir auch, dass über Gesetze Veränderungen in einer Gesellschaft aufgezeigt werden, eben wie das Gesetz, das Vergewaltigung in der Ehe ERST VOR 20 JAHREN (sorry) strafbar machte. Demnach ist eine Festlegung wie “Sex soll einvernehmlich sein” im Gesetzbuch gut, wenn darüber ein neuer common sense abgebildet wird. Ich hoffe, es ist ein common sense.
          Danke dir Maren, für den total guten Tritt in meinen Hintern und den sehr spannenden Austausch!

  9. Genau, liebe Barbara (und dann hör ich auch auf), genau das mit “Phase 4 ist dann nicht mehr einvernehmlich” meine ich. Dann darf Phase 4 eben nicht mehr stattfinden, egal auf welcher App man vorher OK geklickt hat. Dass niemand jemand anderem Sex schuldet, ist eben auch so eine Sache, die noch nicht in allen Köpfen angekommen ist.
    Herzliche Grüße und vielen Dank für die prompte und nette Reaktion!
    Maren

  10. Hallo in die Runde! Heute komme ich endlich zum Nachhören des ersten Lila Podcasts Zweitausendachtzehn und möchte zu zwei Themen etwas beisteuern.

    Bei Eurem Gespräch über Virgina Woolfs “A Room of One’s Own” fiel mir ein Buch von Ingrid Strobl ein: “Ein Raum für mich” (Kösel-Verlag, 2003, ISBN 9783466344703, leider nur noch antiquarisch erhältlich). Inspiriert von Virginia Woolf hat sie 21 Frauen zu der Frage interviewt, welche Bedeutung ein eigener Raum für sie hat oder gehabt hätte. Die Antworten spiegeln eine ganze Bandbreite an Bedürfnissen wider und zeigen, wie wichtig ein eigener Rückzugsraum für die Frauen war oder ist, wie schwer es jedoch auch ist, ihn sich zu nehmen oder zu erobern.

    Als Ihr über den Text der “Ode an die Freude” sprachet, musste ich an ein Erlebnis mit einer Seniorengruppe denken, mit der ich regelmäßig Volkslieder singe. Den Abschluss bildet traditionell “Kein schöner Land in dieser Zeit”, bei dem eine Strophe mit der Zeile beginnt: “Nun, Brüder, eine gute Nacht”. Irgendwann fragte eine 96jährige Mitsängerin, warum wir immer “Brüder” sängen, schließlich wären wir fast nur Frauen in der Gruppe. Recht hatte sie, und seitdem verabschieden wir uns mit einem “Nun, Schwestern, eine gute Nacht” voneinander. Aber sollten Liedtexte grundsätzlich umgeschrieben werden? Ich bin zwiegespalten. Einerseits sind die Texte ein Zeugnis ihrer Entstehungszeit und der Haltung ihrer*ihres Dichterin*Dichters. Sie können, wie jede andere Form von Kunst auch, zur Diskussion und Reflexion anregen. Verändern sollte man sie nicht, denn nur durch das Original haben wir die Möglichkeit, uns ein Bild von der Entstehungszeit oder von der Haltung der*des Künstlerin*Künstlers zu machen. Andererseits sollen und können die Texte auch heute eine Möglichkeit der Identifikation bieten. Das funktioniert nicht, wenn ich als Frau von Brüdern oder Söhnen singe, darum sollten Lieder, die als “Alltagslieder” oder “Gebrauchslieder” oder “allgemeines Liedgut” gesungen werden, angepasst werden. Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. die neue Ausgabe der katholischen Gesangbuchs. Dort wurden die Texte so angeglichen, dass nun Frauen und Männer angesprochen werden. Was also tun? Vielleicht wäre eine Möglichkeit, die “Ode an die Freude” in ihrer Funktion als Europahymne (und damit als “Gebrauchslied”) anzupassen und im Kontext einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie quasi als Kunstlied im Original zu belassen.

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