Lila048 Männer!

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Screenshot "Putin reitet" via Google

Screenshot “Putin reitet” via Google

Sie sind abwesend, aber wir reden trotzdem über sie: Männer – diese schrecklichen, haarigen Biester, die alles antatschen müssen!

Wir versuchen es zumindest, denn eigentlich fehlt uns doch schlicht die Erfahrung, wie das ist, mit einem Penis durch die Gegend zu gehen. Deswegen wundern wir uns viel, grübeln über Strukturen, hegemoniale Männlichkeit und Macht.

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Intro: CC-BY-NC-ND ProleteR “April Showers” http://proleter.bandcamp.com/

Links und Hintergründe

23 Kommentare

  1. Hallo und zunächst mal Danke, dass Ihr diesen Podcast produziert. Ein kurzer Gedanke zur Biologie der Geschlechter:
    Vor einigen Jahren sah ich eine Dokumentation, in dem dem Transmänner von dem Prozess der Geschlechtsangleichung erzählt haben. Sie haben alle einhellig davon berichtet, dass die Einnahme des männlichen Sexualhormones einen extremen Einfluß auf ihr gesamtes Erleben/Verhalten gehabt hat. So waren sie z.B. alle überrascht, wie sehr sich ihr Sexualtrieb verstärkt und ihr Aggressionspotenzial zugenommen hat. Andererseits berichtete Chelsea Manning, dass sie durch die weiblichen Geschlechtshormone viel sensibler und verletzlicher geworden sei.
    Maike Lobo wies heute in ihrem Artikel auch noch mal darauf hin, dass wissenschaftlich alles darauf hindeutet, das schon die Sexualhormone im Embryo Einfluss auf die Entwicklung des Gehirnes hat. Für mich persönlich sind die Beweise, dass auch die Biologie für tendenzielle Verhaltensunterschiede mitverantwortlich ist, erdrückend. Ein moderner und erfolgreicher Feminismus (und dieser ist nach wie vor dringend notwendig) sollte davor nicht die Augen verschließen. Denn selbst wenn die Biologie für unterschiedliche Verhaltensausprägungen mitverantwortlich wäre, ändert dies ja nichts an der Notwendigkeit eines feministischen Projektes. Denn die individuelle Bandbreite innerhalb der Geschlechter ist ja trotzdem riesig. Fies wird es ja erst dann, wenn die Biologie dazu missbraucht wird, Frauen auf ein bestimmtes Rollenbild festzulegen.
    Meine These kurz zusammengefasst:
    Ein Feminismus, der grundsätzlich bestreitet, dass die Biologie auch Einfluss haben kann auf Verhalten/Erleben/Denken/Fühlen schwächt sich auf lange Sicht, denn die Evidenz, dass es anders ist, ist einfach zu hoch.

    • Lieber Florian,
      unser(e) Kommentator(in) Pterry könnte dazu jetzt viel Kluges sagen, glaube ich, weil sie dazu erst was beim Redebedarf-Podcast mit Malik etwas schrub (Link einfach anklicken).
      und wie ich auch dort antwortete:

      “ich glaube, man weiß einfach immer noch zu wenig und halte es für am wenigsten schädlich, erst einmal alles für möglich zu halten :)”

      so sehe ich das auch.
      man kann die Probleme ja ansprechen, weil ja auch viele Studien darauf hinweisen (Konkurrenz-Verhalten, Emotionen, bla…), dass es unterschiedliches Verhalten gibt. ABER: Immer daran denken, dass man da Normalverteilungskurven miteinander vergleicht und nicht Individuen. Das ist einfach so wichtig. Deswegen: Determinismus ist einfach im Zweifel super schädlich für ein Individuum und daher würde ich da gerne so viel Raum wie möglich lassen. Mit dieser Einstellung – so meine persönliche Erfahrung – fahre ich eigentlich ganz gut.

      • Die “Determinismusfalle” sehe ich natürlich auch, und ich kann gut verstehen, dass der Feminismus biologische Erklärungsversuche mit Argwohn betrachtet (die ganzen Antifeministen ziehen ja entweder die Biologie oder die Religion heran, um bestimmte Frauenbilder zu zementieren). Mir persönlich wäre es am liebsten, wenn der Feminismus sagen würde: “Ja, natürlich hat auch die Biologie Einfluss auf unser Verhalten/Fühlen/Denken (wie oft wurde mir von Frauen schon erzählt, dass sie sich während ihrer “Tagen” völlig anders fühlen). Die individuellen Unterschiede sind aber dass Entscheidende. Und deshalb dürfen Mädchen nicht schon als kleine Kinder auf bestimmte Rollenklischees festgelegt werden, die den persönlichen Entscheidungsraum verengen. Und deshalb sollen sich Frauen frei entscheiden dürfen, ob sie Karriere machen oder zu Hause bei den Kindern bleiben wollen (oder beides).”
        Ob dies in der heutigen Zeit allerdings eine sinnvolle feministische Position ist, oder ob heute immer noch ein radikalerer, kämpferischer Feminismus von Nöten ist, weiß ich auch nicht.

  2. Barbara war heute ja extrem gehetzt. So schnell konnte ich kaum zuhören, wie sie geredet hat.

    Girls und Panzer (das ist ein Anime):
    https://www.youtube.com/watch?v=VAAnUqhKWZI
    Soweit ich das verstanden habe, haben diese Mädchen in diesem Anime das Panzerfahren als Schulfach, das sie nicht abwählen können.
    –> Es gibt wohl wirklich nichts, was es nicht gibt. 🙂

  3. Hm, spannend. Wenn jemand explizit sagt, Männer seien von beispielsweise starren Körpernormen weitaus weniger betroffen als Frauen und dazu Beispiele und Befunde anführt, empfinde ich es nicht als ‘What about The Menz!?’ wenn jemand sich äussert, der das anders empfindet oder wahrnimmt. Das Thema der Abwägung wurde Ja explizit aufgemacht. Und an dem Beispiel: Auch wenn es empirisch mehr Frauen als Männer betrifft, erlebe ich persönlich einen stark wachsenden Druck auf Männer, den man ansprechen und diskutieren können sollte ohne damit direkt die große Systemdiskussion aufzumachen. Individuum Vs Gesellschaft, ihr spracht es an.
    Ich kann mir vorstellen dass das häufig anstrengend ist. Aber wenn Männer nicht das Thema sind, kann man dann nicht explizit über das Thema sprechen ohne den vergleichenden Aspekt aufzumachen? Wenn ein Mann sich durch den Vergleich marginalisiert und seinen subjektiven Problemdruck äussert, kann das nicht auch als emanzipatorisch für eine bessere Welt für alle Menschen interpretiert werden anstatt ein wir-gegen-die? Ich persönlich empfinde den häufig schnellen Vorwurf durch Floskeln wie “What about The Menz” wenig hilfreich und bisweilen verletzend, weil er mich als Mensch mit Penis auf die Rolle als Mann reduziert und mir Intentionen unterstellt, die mir fern liegen.
    Und irgendwann lerne ich vielleicht auch mich kurz zu fassen… Jede falls vielen Dank, dass ihr uns (also mich ^^) an eurem Diskurs teilhaben lasst.

  4. Kurze technische Frage: Sowohl bei dieser Folge als auch bei der letzten stürzt Antennapod beim Abspielversuch ab, wenn man den m4a-Feed nimmt. Laut Antennapod-Entwickler müsste das ein generelles Problem bei Android sein. Habt ihr am Produktionsprozess irgendwas geändert?

    • Hallo,
      das einzige, was mir einfällt, ist dass ich die letzten beiden am Macbook produziert habe und die davor mit dem iMac. Ansonsten ist alles gleich: Aufnahme mit Reaper und Postproduktion mit Auphonic. keine Ahnung, ob das eine Rolle spielen könnte…
      Grüße
      Katrin

  5. Nur kurz ein Punkt zum Thema Männer und Krieg: Ich glaube ja, dass beim Thema Männlichkeit und Militarismus vor allem die Männer selbst ganz viel zu gewinnen haben, wenn sich ein Wandel der sozialen Normen der Geschlechter vollzieht.
    Denn wie Katrin sicherlich richtig gesagt hat sind Männer im Krieg zwar zu praktisch 100% die Täter bzw. die Anwender von Gewalt, sie sind aber auch (wenigstens in der konventionellen Kriegsführung) die überwiegenden Opfer von Gewalt. Sie stellen auch die Mehrzahl der Opfer bei “ethnischen Säuberungen” usw., wie man z.B. an den Bevölkerungsstatistiken Europas nach dem zweiten Weltkrieg sehen kann.
    Da in vielen Ländern nach wie vor Männer gegen ihren Willen zum Kriegsdienst berufen werden können, und Gewalt legitimierende Propaganda sich überwiegend an Männer richtet, kann man ihnen auch nur bedingt die Schuld an dieser Verbindung von Gewalt und Geschlecht geben. Hier könnte eine Demilitarisierung der Köpfe und Institutionen einen großen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit und zur Sicherheit von Männern leisten.

  6. Es ist natürlich schwierig, mit so viel Distanz die eigene Kindheit zu bewerten, aber ich würde an dieser Stelle (weil es schon häufiger thematisiert wurde) Katrins Erfahrungen als Kind in Westdeutschland gerne in gewissem Sinne individualisieren wollen.

    Ich hatte in den Achtzigern im Westen nicht so krass das Gefühl, dass Mädchen und Jungen so starken Rollenvorstellungen unterlagen. Ich meine sogar, dass wir im Kindergarten keine getrennten Toiletten hatten, das ist aber schon so lange her, dass ich es nicht mehr mit Sicherheit sagen kann. Später in der Pubertät klar, da wurden die Unterschiede teilweise etwas wichtiger, und dass Mädchen eher hintenrum reden und Jungens sich Dinge direkt ins Gesicht sagen, würde ich auch so sehen.

    Zumindest im Kindesalter haben wir aber als Mädchen genauso getobt wie Jungens, vielleicht etwas weniger rabaukig, aber wir sind genauso im Wald und im Park unterwegs gewesen, haben uns irgendwo Höhlen gebaut oder sind mit den Fahrrädern durch unsere Siedlung gefahren. Es gab zwar auch in dem Alter immer schon ein bisschen die Aufteilung Mädchen und Jungen, was Freundeskreise anging, die aber auch immer wieder durchlässig war.

    Es kann mich natürlich auch ein bisschen die Erinnerung täuschen, ich habe natürlich auch nicht den direkten Vergleich, weil ich nur die Westkindheit kenne. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Kulturschock, den Katrin an dieser Stelle erlebt hat, auch noch zwei andere Komponenten hat, nämlich erstens den konkreten Wohnort (auf dem Land in Süddeutschland) und auch eventuell das Alter. Soll heißen, manche Dinge ändern sich eben auch von einer Lebensphase (so to speak) zur nächsten und wenn dann ein Umzug mit einer neuen Lebensphase übereinstimmt, dann ist danach nicht mehr eindeutig zuzuordnen, was jetzt an dem neuen Umfeld liegt und was daran, dass man (und eben auch die anderen Kinder im Umfeld) jetzt etwas älter ist.

    Ich möchte hier nur ein bisschen widersprechen, was die oft genannten Unterschiede in West- und Ostdeutschland angeht. Ich glaube fest, dass vieles in Ostdeutschland anders und eventuell sogar besser war und dass hier im Westen auch schon zu der Zeit mehr Kapitalismus und eine anderes Rollenbild vorherrschte. Einigen Beispielen kann ich aber nicht zustimmen und glaube da eher, dass es ein individuelles bzw. regionales Phänomen ist. Mal abgesehen davon, dass mir halt selber der Vergleich fehlt und ich es nur aus einer Perspektive betrachten kann.

  7. Erst mal vielen Dank für euren Podcast. Ich glaub, ihr habt es tatsächlich geschafft mich zum Stammhörer zu machen. Danke!
    Inhaltlich kann ich zu der Folge gar nicht viel sagen. Interessant wie immer.

    Ich freue mich auch immer, wenn Barbara ein bisschen was aus München erzählt. Ich vermute mal, die Comedy-Strip-Bar war die schwarze Katze in Giesing? Da hab ich mal um die Ecke gewohnt, war aber selber nie drin. Heute kann man da gut essen.

  8. Lasst uns doch im nächsten Podcast eure Meinungen über diesen Gesetzesvorschlag in Schweden teilhaben. Ich halte diesen Vorschlag für ausbaufähig, aber als Schritt in die richtige Richtung – der vollkommenen Freiheit über den Körper aller Geschlechter.

    https://youtu.be/n-YXWKvZRUs
    https://www.rt.com/news/334720-legal-male-abortion-sweden/

  9. hey ihr,

    euer Podcast ist super und regt total zum Nachdenken an. Fast jedes Mal habe ich so einen “Aha, deshalb ist das so….” Moment 😀

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr in einer der nächsten Folgen den Film Sufragette besprechen würdet.. Den habe ich nämlich auch gerade gesehen und fänd euren Blickwinkel darauf mal spannend.

    Und ich hab mich gefragt, wie viele Hörer habt ihr eigentlich so durchschnittlich pro Sendung?

    Liebe Grüße!

    • huhu Jana,
      danke für dein Feedback – das freut mich sehr
      ich kann wegen der Sufragettes nichts versprechen. aber ich behalte es auf dem Schirm.
      über Hörer wissen wir nicht soooo viel. Downloads können wir mittlerweile zählen. 4.000-5.000 pro normaler Sendung, Ausrisse nach oben bis zu 10.000 pro Spezial-Sendung.

  10. oh und was ich auch noch sagen wollte:
    eure titelmelodie ist super! auch dass sie so lange spielt und man so so langsam zurück in die welt kommen kann… mein neues lieblingslied! 🙂

  11. Zu der Sache im Englischen. Ich denke, dass da auch viel generisch maskulin gedacht wird. Ein Beispiel, warum ich das tue, kommt aus meinen amerikanischen Grammatikaufgaben: “The doctor told Veronica that she had headaches because of the high stress level at the office.” Das “she” ist ambivalent und falsch, weil es sich auf eine Ärztin oder Veronica beziehen kann. Die Folien dazu weisen dann extra noch einmal darauf hin, dass man bitte _nicht_ annehmen soll, dass doctors immer männlich sind. Im Deutschen wird das halt vermieden.

  12. Liebe Damen vom Lilapodcast 🙂
    Erst einmal danke, dass ihr diesen tollen Podcast macht, ich bin eine begeisterte Anhängerin.
    Zum eurem Thema “Männer” möchte ich gerne auf zwei Männer hinweisen, die sich jüngst im Internet zu Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus geäußert haben:
    1. Der Podcast von Fragen an den Autor mit B. Seufze zum seinem Buch “Männer. Erfindet. Euch. Neu. Was es heute heißt, ein Mann zu sein”. Ich fand ihn sehr erheiternd und seine Ansichten überzeugend. http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=15794&pnr=0
    2. Das Video des Youtubers Michael Buchungen “Warum ich Feminist bin”, welches ich sehr erfreulich fand und in dem er sehr viele sehr gute Dinge sagt https://www.youtube.com/watch?v=PjB0-yAml5k

    Liebe Grüße
    Lena

  13. Barbara hat im Podcast mehrfach ihr Buch erwähnt. Aber in der Linkliste ist dazu leider nichts zu finden. Ist das Buch noch nicht draussen oder ist das evl. vergessen worden?

  14. Zum Thema einer Präsidentin in den USA: es würde sich schon etwas ändern: es würde dann Mrs. President heissen, wie es aktuell eben Mr. President heisst.

    Spannend fände ich tatsächlich die Rolle von Bill (sofern es Hillary werden sollte). Sicherlich würde man ihn nicht als First Lady bezeichnen. Aber er müsste dann ja auch einen neuen Twitter Account erhalten, @Flotus ginge dann ja irgendwie auch nicht. 🙂 Erschwerend kommt hinzu, dass er – als ehemaliger Präsident der USA – ja faktisch auch weiterhin als “Mr. President” angesprochen werden darf/kann.

    Ich persönlich empfinde es im Englischen auch schöner, dass dort nicht so nach Geschlechtern in der Berufsbezeichnung getrennt wird. Dennoch gibt es auch (warum auch immer) Ausnahmen. (waiter -> waitress, actor -> actress)

    Ihr habt erwähnt, dass man beim Wort President automatisch einen Mann im Kopf hat. Hier stelle ich die Frage in den Raum: ist dies evtl. nur in deutschen Köpfen so? Klar, eine Präseidentin als Führerin des Landes gab es in den USA bisher nicht. Aber das Wort President gibt es ja z.B. auch in Führungsebenen in Unternehmen (auch VP für Vice President etc.), wo es doch auch schon Frauen gab und gibt. Vielleicht denkt ein Muttersprachler hier nicht ganz so pauschal?

    Interessant in diesem Zusammenhang: bei “nurse” ist es meiner Ansicht nach umgekehrt. Hier hat man zuerst ein Bild einer Frau im Kopf, wobei es laut Wörterbuch gleichwohl auch Krankenpfleger heisst.

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