19. Juli 2018
von Katrin
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Lila103 Über die Macht der Geschichten bei #metoo und in Irland

Zu Beginn dieser Sendung greifen wir noch einmal die Diskussion zwischen Svenja Flaßpöhler und Margarete Stokowski auf – auch ihr habt uns viele Kommentare dazu geschrieben. Wie kam die Debatte bei euch an und was haben wir durch sie gelernt? Kann ein “Hashtag-Feminismus” die Welt verändern? Oder belässt die Frauen in der Opferrolle? Welche Rolle spielt die Macht der Geschichten bei #metoo? Was hat sie bewirkt? Wo ist Machtmissbrauch möglich?
Was Svenja Flaßpöhler vielleicht unterschätzt, ist wie wirkmächtig das Erzählen von Geschichten sein kann – deswegen haben wir einen Blick nach Irland geworfen. Dort hat die Bevölkerung in einer Volksabstimmung am 25. Mai entschieden, dass auch irische Frauen ein Recht auf Abtreibung haben sollen. Die Kampagne der Kirche und der konservativen Kräfte dagegen war hart und mächtig – doch noch mächtiger waren die persönlichen Geschichten der Frauen, die unter der bisherigen Gesetzgebung zu leiden hatten. Aoibhinn Ní Shúilleabháin erzählt uns, wie es war, an der “Yes”-Kampagne beteiligt zu sein und als “Mörderin” beschimpft zu werden und wie dennoch die Iren, die bis heute zu über 70 Prozent katholisch sind, sich entschieden haben, das Abtreibungsverbot aus ihrer Verfassung zu streichen. Entscheidend – sagt Aoibhinn – waren die Geschichten.

5. Juli 2018
von Barbara
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Lila102 Weiblich, älter, liebend

In Doris Lessings „Und wieder die Liebe“ wundert sich eine 65-jährige Frau, dass sie nach 20 Jahren plötzlich wieder liebt. Neu liebt. Das geht auch der Protagonistin in Hedwig Dohms Novelle “Werde, die du bist” so. Isabel Rohner, Hedwig-Dohm-Spezialistin, erzählt, wie die Autorin (die übrigens die Großmutter von Katia Mann war) sich für Frauenrechte eingesetzt hat: „Die Menschenrechte haben kein Geschlecht“, so einer ihrer prägnanten Sätze. Und dass das Team, das für die Serie „Grace and Frankie“ verantwortlich zeichnet, fast nur weiblich ist, sagt Susanne Klingner in diesem Podcast. Zuletzt gibt’s noch einen Buchtipp: Liv Strömquist hat wieder eine Graphic Novel gemacht: “Der Ursprung der Liebe”.

10. Mai 2018
von Katrin
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Lila098 Emanzipation im Islam – mit Sineb El Masrar

Sie ist Pädagogin und Kauffrau, Gründerin einer eigenen Frauenzeitschrift, Buchautorin und Muslimin. Sineb El Masrar schiebt die Stühle, zwischen denen Frauen wie sie angeblich sitzen, einfach zusammen und kreiert etwas Eigenes: eine emanzipatorische Bildungsbewegung innerhalb des Islams. Das ist gewagt! Und bleibt nicht unwidersprochen. Aber sie findet, dass es verdammt notwendig ist. Für sie sind Vielfalt, Emanzipation und Islam keine Widersprüche, sondern das ganz normale Leben – wie sie auch mit ihrem Debüt “Muslim Girls”, das 2010 erschien, schon zeigte. Darin hat sie muslimische Mädchen und Frauen und deren vielfältige Art zu leben festgehalten und gezeigt: Klischees sind immer schlecht. Mehr Realität bitte. Sie wendet sich gegen eine stereotyp-defizitäre Darstellung von Frauen im Islam. Und gleichzeitig wehrt sie sich gegen die patriarchalen Ströme in der eigenen Religion und ruft alle dazu auf, diese zu verändern und zu einem besseren Ort für Frauen wie auch Männer zu machen. Sineb zeigt, wie man mit Empathie, Geduld und Beharrlichkeit – vor allem aber mit ganz vielen hartnäckigen Fragen, eine gemeinsame Bewegung schaffen kann.

29. März 2018
von Katrin
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Lila095 Wie man sich Freiheiten erkämpft mit Margarete Stokowski und Karosh Taha

Wie geht das: sich die Freiheit erkämpfen – diese Frage findet sich im Buch “Beschreibung einer Krabbenwanderung” von Karosh Taha, ein Roman, in dem die Protagonistin Sanaa manchmal wie gefangen in ihrer Vergangenheit, Rolle und Herkunft (Irak) wirkt und doch darum kämpft, sich frei zu machen. Im Gespräch mit Karosh beleuchten wir die Themen des Buches (Migration, Frausein, Emanzipation), das kürzlich bei Dumont erschienen ist.

Freiheit ist ebenso bestimmend in der Arbeit von Margarete Stokowski. Im Gespräch mit ihr blicken wir auf den Hass im Netz und wie man es schaffen kann, sich davon nicht am Schreiben und schon gar nicht am Wirken hindern zu lassen! Margarete erzählt, warum sie so oft über Sex schreibt, wie ältere Herren ihre Irritation über sie manchmal kaum verbergen können und dabei unverschämt werden, warum die gemeinsame, von vielen Feministinnen anvisierte Zukunft eine Party ist, auf der alle mehr Spaß und vielleicht sogar mehr Sex haben. Und warum es bei all dem Spaß und all den guten Nachrichten wichtig bleibt, den rechten Backlash, mit seinem Anti-Gender-Tenor, genau im Auge zu behalten.

15. März 2018
von Barbara
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Lila094 40 Liter Blut in sechs Jahren

Über Menstruation, die Tage, die Erdbeerzeit, “the curse”, hat Barbara Streidl mit Petra Mattheis gesprochen, ebenso mit der Journalistin Heike Kleen, deren “Tage-Buch” kürzlich erschienen ist. Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, deren “Vulva”-Buch schon Thema im Lila Podcast war, kommt zu Wort, und Linda Becker vom BR-Sexpodcast “Im Namen der Hose”.
Hey, Rot is revolutionary!

18. Januar 2018
von Barbara
18 Kommentare

Lila090 Langsamer tippen und weniger duschen: Vorsätze für 2018

Eine Sendung über die Frage, wie man feministische Söhne großzieht, mehr Beispiele aus dem Alltagsfeminismus und beim Thema #metoo dranbleiben. Frauen in Konferenzen zuhören und auf die Lila-Podcast-Geburtstagsparty kommen – alles ist möglich auf der Wunschliste.

Dazwischen geht es noch um die Idee, Schillers “Ode an die Freude” mit der Zeile “Alle Menschen werden Schwestern” geschlechtergerecht zu machen, Barbara empfiehlt Bücher von Elif Batuman und Marc-Uwe Kling und Susanne einen Filmabend zu “Suffragetten”.

22. Dezember 2017
von Katrin
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Lila089 Oh, Simone! – Der Weihnachts-Talk mit Julia Korbik

In diese traditionellen Weihnachtssendung hat Katrin sich die Journalistin und Autorin Julia Korbik eingeladen, die bei Kerzenschein und Keksen über ihr Buch erzählt. Für “Oh, Simone!”, das gerade bei Rowohlt erschienen ist, hat sich Julia tief in das Denken und das Vermächtnis der Philosophin Simone de Beauvoir eingegraben. Sie erzählt von der “Tochter aus gutem Hause”, die studierte um Lehrerin zu werden, die niemals heiraten (und wie ihre Mutter enden) wollte, die einen berüchtigten “Pakt” mit dem französischen Philosophen Sartre geschlossen hatte und die sich bis in die 70er nicht nehmen ließ, philosophisch und politisch mitzuwirken.

Wer aufmerksam zuhört, der kann auch bei unserer Verlosung mitmachen: Es gibt 3 Exemplare des Buches “Oh, Simone!” zu gewinnen – schickt uns dafür bitte ein Audio mit euren feministischen / politischen Wünschen, Zielen und Projekten für 2018 an podcast /at /fraulila/punkt/de

Habt schöne Feiertage und kommt gut ins neue Jahr!